Pressetext zur Ausstellung "Neue Arbeiten"

Beat Buri / Paul Takàcs, 27.2 -5.4. 2009

Von Stefi Binder

 

 

NEUE ARBEITEN. Paul Takàcs, Beat Buri 

   

Malerei und deren Wahrnehmung als Spannungsfeld zwischen Figurativem und Abstraktem - der Kunstraum Baden zeigt NEUE ARBEITEN von Beat Buri und Paul Takàcs. Die beiden Badener Künstler loten die Ausdrucksmittel Malerei und Handy-Video aus und fordern den Betrachter. 

Auslöser für Beat Buris Bilder sind Gesehenes und Erlebtes, oft Unerklärliches, das zum Denken anregt. Dennoch entstehen seine Bilder im Atelier losgelöst von vorgegebenen Bildideen als intuitive, malerische Setzungen. In den eher kleinformatigen, in Öl gemalten Bildserien treffen abstrakte oder figurative Bildelemente auf komponierte Farbflächen. In Schichten oder alla prima gemalt erhalten die Bilder ihre Tiefenwirkung durch das Nebeneinander von Farbflächen und Farbton. Buri provoziert eigene Bildinterpretationenen, indem er seine Bilder in einem ambivalenten Schwebezustand belässt. Erst der Betrachter gibt ihnen ihre scheinbare Bedeutung. Zum Beispiel können die "Briefformate" als Couverts, als Anordnung von gleichschenkligen Dreiecken zueinander, als abstrakte Landschaften oder, vertikal gehängt, sogar als Umhüllungen verstanden werden. Er schreibt dazu: "So stehen beispielsweise die in Oel gemalten unterschiedlichen Briefformate u.a. für das Rätsel, ob es denn irgendwo wesentliches Wissen für uns gibt."  

Wieviel muss der Betrachter wissen um zu verstehen? Von welchem Moment an erkennen wir? Auch für Paul Takàcs sind Fragen nach Wahrnehmungsverschiebungen Motivation für seine Arbeiten. Er verwebt in seiner Malerei figürliche Motive in einen durch reines Farbmaterial generierten Bildhintergrund. Die Grundstruktur der Bilder entsteht durch das Experimentieren mit Farbmaterial, das Takàcs auf die Leinwand schüttet oder darauf abklatscht. Er gibt damit den Eigenschaften und der Eigendynamik des Materials viel Platz und nutzt es als raumbildendes Element. Es entsteht ein eruptiver, mit Emotionen aufgeladener Kosmos, den Takàcs mit Eingriffen mit dem Pinsel vervollständigt: "Ich möchte das Erhabene darstellen und es gleichzeitig in Frage stellen".  In den Handy-Videos spielt Takàcs mit der dem Medium eigenen Bildverfremdung, die entsteht, wenn Filme, die für ein kleines Display  geschaffen sind, auf Bildschirmgrösse aufgeblasen werden. Die sich durch die Bewegung verändernden Pixelfelder schaffen eine Abstraktion, die malerischer nicht sein könnte. Mit der Tonspur, die live dazu aufgenommen wird, stellt Takàcs das Visuelle auch in einen auditiven Kontext. Deren Koppelung wird wiederum dem Betrachter überlassen.